Auf nach der Hohen Heide!

Kasperl ließ sich den Weg nach der Hohen Heide genau beschreiben.

„Wenn du am Ziel bist“, sagte die Unke, „dann setze dich unter die alte Wetterfichte, die einsam neben dem schwarzen Teich in der Heide steht. Dort warte den Aufgang des Mondes ab. Das Feenkraut findet man nämlich nur, wenn der Mond scheint.“

Im Mondlicht schimmert das Gänsefingerkraut aufgrund seiner weißen Blattunterseite silbern und in alten Geschichten erzählt man sich, dass man in Vollmondnächten  Feen auf dem Kraut tanzen sehen kann.

Ich dachte, ich hätte somit Kasperls Feenkraut gefunden. Freudig sammelte ich das Grünzeug ein und gab es gerade meiner Tochter, erzählte meine Vermutung und nun thront das Gänsefingerkraut stolz drapiert in einer Vase auf unserem Wohnzimmertisch: Das Feenkraut! Das Kraut, welches aus einer hässlichen, alten Uuuuunke die wunderschönen Fee Amaryllis macht („Die Dame ist eine Fee“).

Doch jetzt las ich gerade in „Der Räuber Hotzenplotz“ (Ottfried Preußler) nach:

… Im Mondlicht beginnt es zu leuchten, man sieht seine kleinen silbernen Blütendolden unter den Wurzeln der Wetterfichte hervorschimmern. Wenn du ein Büschel davon gepflückt hast, ist alles gut. Dann kann dir auch  Zwackelmann keinen Schaden mehr zufügen: Wer das Feenkraut in der Hand hält, der ist für ihn unsichtbar.“

Das Gänsefingerkraut blüht gelb und hat somit keine  silbernen Blütendolden …hmmm….ich glaube, ich lass mein Töchterchen in dem Glauben, dass wir das Feenkraut vom Kasperl auf dem Wohnzimmertisch stehen haben….und mich auch.

Liebe Grüße

Steph

 

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